Aktuell in der GmbHR

Aktualisierung der GoBD - Konsequenzen in der Praxis der GmbH (Schiffers, GmbHR 2020, 308)

Mit Datum vom 28.11.2019 wurden die im Jahr 2014 vorgelegten „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) punktuell an gesetzliche Änderungen angepasst und bestimmte technische Entwicklungen berücksichtigt. Der Beitrag stellt die wesentlichen Entwicklungen unter besonderer Berücksichtigung der GmbH dar.

I. Grundsatz: Nur punktuelle Anpassungen der GoBD

II. Wesentliche Änderungen im Detail

a) Einsatz von Cloud-Systemen (Tz. 20)

b) Einzelaufzeichnungspflicht (Tz. 36, 39, 48)

c) Bildliche Erfassung und Aufbewahrung von Papierdokumenten (Tz. 130, 136)

d) Datenzugriff im Falle eines Systemwechsels oder einer Auslagerung von aufzeichnungs- und aufbewahrungspflichtigen Daten aus dem Produktivsystem (Tz. 164)

III. Verfahrensdokumentation

IV. Bedeutung der GoBD

V. Bedeutung für den Geschäftsführer der GmbH

VI. Fazit


I. Grundsatz: Nur punktuelle Anpassungen der GoBD

1
Mit der Neufassung der GoBD vom 28.11.2019 wurde die vorhergehende Fassung vom 14.11.2014 nur punktuell angepasst. Struktur und Anordnung der Randziffern sind gegenüber der vorhergehenden Fassung gleichgeblieben.

2
Die Neufassung ist auf Besteuerungszeiträume anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 beginnen, kann freiwillig von den Steuerpflichtigen aber auch schon für vor dem 1.1.2020 endende Besteuerungszeiträume angewendet werden.

II. Wesentliche Änderungen im Detail
a) Einsatz von Cloud-Systemen (Tz. 20)

3
In Tz. 20 letzter Satz werden nun ausdrücklich Cloud-Systeme erwähnt: "Ebenfalls kommt es nicht darauf an, ob die betreffenden DV-Systeme vom Steuerpflichtigen als eigene Hardware bzw. Software erworben und genutzt oder in einer Cloud bzw. als eine Kombination dieser Systeme betrieben werden."

4
Materiell ist diese Ergänzung m.E. ohne Bedeutung und bedeutet auch keine Veränderung zum bisherigen Stand. Diese spiegelt lediglich die Praxis der derzeitigen EDV-Systeme wieder; Software wird nicht mehr nur als On-Promise-Lösung, sondern auch als Software as a Service (SaaS) o.ä. genutzt. Letztlich ist dies eine reine Frage der Technik. Ohne Zweifel muss in jeder Konstellation sichergestellt sein, dass die gesetzlichen Anforderungen (handelsrechtliche GoB und ggf. ergänzende steuergesetzliche Regelungen) erfüllt werden.

5
Hinzuweisen ist darauf, dass beim Einsatz von Cloud-Systemen die Regelung des § 146 Abs. 2a AO eine erhöhte Bedeutung erlangt. Grundsätzlich bestimmt § 146 Abs. 2 Satz 1 AO hinsichtlich ...

 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 10.03.2020 19:12
Quelle: Verlag Dr. Otto Schmidt

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